Für Vielfalt, gegen Diskriminierung und Antisemitismus

Statement für eine klare Zurückweisung der Forderung nach einem Stadionverbot für Fans von Maccabi Tel Aviv:

Wir wenden uns gegen die in einer Online-Petition an den Freiburger SC gerichteten Forderungen, die Fans von Maccabi Tel Aviv am 22. Januar 2026 von der Teilnahme am UEFA Europa League Spiel in Freiburg auszuschließen, den SC Freiburg zu einem Boykott des israelischen Fußballs weltweit zu bewegen und die Eintrittsgelder des Spiels zu spenden.

Die Petition basiert auf dem gefährlichen Prinzip der Kollektivschuld. Sie nimmt das Fehlverhalten einzelner, zumeist radikaler Fan-Gruppen, zum Anlass und dehnt diese Verantwortung pauschal auf alle Anhänger von Maccabi Tel Aviv aus, die nach Freiburg reisen. Kritik an rassistischen und diskriminierenden Äußerungen von Fußballfans ist jederzeit berechtigt: In der Vergangenheit kam es auch in Freiburg immer wieder von Fans unterschiedlicher Vereine zu solchen Übergriffen, eine Forderung, die Fans eines bestimmten Vereines grundsätzlich auszuschließen, wurde allerdings noch nie gestellt. Dass dies im Falle des israelischen Vereins Maccabi Tel Aviv nun geschieht, zeigt, dass hier eine Form von Kollektivhaftung vorgenommen wird. Für Jüdinnen und Juden gilt hier ein „doppelter Standard“, was eindeutig auf den Antisemitismus der hinter dieser Petition stehenden Gruppen verweist.

Die Petition versäumt es, die komplexe, vielschichtige Realität der israelischen Gesellschaft und der Anhängerschaft von Maccabi Tel Aviv anzuerkennen. Wie die Badische Zeitung in ihrer Berichterstattung vom 19. November 2025 treffend herausstellte, werden alle Fußballfans für das Verhalten der aktuellen israelischen Regierung und der Armee haftbar gemacht. Dies ist eine politisch motivierte und reduktionistische Sichtweise. Die Anhängerschaft von Maccabi Tel Aviv als dem größten Fußballverein in Israel besteht aus den unterschiedlichsten Menschen, keineswegs teilen sie eine gemeinsame politische Überzeugung. Das Spektrum der Meinungen innerhalb von Maccabi Tel Aviv ist so vielfältig wie das innerhalb der israelischen Gesellschaft – und nicht zuletzt gibt es viele, die sich ausschließlich für den Fußball interessieren. Die Vereinnahmung eines Fußballspiels für eine pauschale Verurteilung führt lediglich zur Vergrößerung von Gräben, zu Eskalation und zur Dämonisierung von Menschen, die mit rassistischen Äußerungen von Fußballfans nichts gemein haben.

Die Forderung nach einem Ausschluss israelischer Fans und eines Boykotts des israelischen Fußballs ist Teil einer globalen Kampagne zur gesellschaftlichen Isolation von Juden und Israelis. Diese Kampagne zielt darauf ab, jüdische Menschen und Institutionen aus der internationalen Öffentlichkeit und Diskussion auszuschließen. Die Ausgrenzung eines Sportvereins aufgrund seiner Herkunft ist zudem ein gefährliches Signal.

Der Fußball bietet die Möglichkeit, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Religion zusammenzubringen. Das Spiel am 22. Januar 2026 darf nicht als Anlass für Boykott und Ausschluss dienen, sondern sollte eine Gelegenheit für Begegnungen sein. Die Stadt Freiburg und der SC Freiburg sollten hier ein klares Zeichen gegen Antisemitismus setzen.

Wir appellieren an den SC Freiburg, die Stadtverwaltung Freiburg und die gesamte Stadtgesellschaft, die Forderungen der Petition entschieden zurückzuweisen. Die Reaktion auf politisch motivierte Kampagnen darf niemals zur pauschalen Diskriminierung von Sportfans führen.

Sorgen Sie für maximale Sicherheit und eine klare Botschaft der sportlichen Fairness und Inklusion. Lassen Sie uns zeigen, dass Freiburg ein Ort ist, an dem Menschen ihre Mannschaft anfeuern können, unabhängig von ihrer Herkunft, und dass wir wie bei allen anderen Spielen auch die Distanz zwischen den Handlungen von Regierungen und der Bevölkerung wahren.

Freiburg, 13.12.2025
Freiburger Bündnis gegen Antisemitismus