Vortrag 18.03.2026: Der Krieg mit dem Iran und die Zukunft Kurdistans

Bei den Massenprotesten, die 2022 im Iran ausbrachen, skandierten die Menschen im Iran auf Kurdisch „Jin Jiyan Azadi“. Frau – Leben – Freiheit sind seitdem zu einem der wichtigsten Slogans der anti-Regime Demonstrationen geworden. Was damit gewollt wird, erklärt sich selbst, ganz besonders gegenüber einem islamistischen Regime, dessen Anhänger gerne erklären „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod.“

Anfang 2026 brachen angesichts einer katastrophalen ökonomischen Lage im Iran erneut Massenproteste aus, die mit unglaublicher Brutalität niedergeschlagen wurden. Und dann begann der US-israelische Krieg, dessen Ausgang zwar ungewiss ist, der aber ganz sicher zu einer weiteren Schwächung des Regimes führt.

So stellt sich auch die Frage nach dem „Danach“ und da gehen die Vorstellungen der iranischen Opposition weit auseinander. Oft wird vergessen, dass im Iran nicht nur Perser, sondern auch andere Nationalitäten leben, die in der Vergangenheit mit persischem Nationalismus äußerst schlechte Erfahrungen gemacht haben.

In Rojehalat (Iranisch-Kurdistan) leben ca 10 Millionen Kurdinnen und Kurden, die auf eine lange Geschichte des Widerstandes zurückblicken und nun hoffen, sich endlich, ähnlich wie im benachbarten Irak, die langersehnte Autonomie und Selbstverwaltung erkämpfen zu können.

Im Vortrag wird es sowohl um die Lage im Iran gehen als auch die Geschichte und aktuelle Entwicklung Rojehalats gehen, die wiederum eng mit der in anderen Teilen Kurdistans verbunden ist. Denn „die Kurden“, wie es so oft in den Medien heißt, gibt es nicht, sondern sehr unterschiedliche, oft sogar verfeindete politische Parteien und Akteure, deren Ziele auch ganz verschiedene sind. Es wird auch um die Frage gehen, was nationale Selbstbestimmung am Beispiel der Kurden im heutigen Nahen Osten heißt und welche Konfliktlinien es gibt.

Sollte es nun zu einem Sturz des Mullah-Regimes in Teheran kommen hätte dies nicht nur für den Iran unabsehbare Folgen, sondern würde auch die Zukunft ganz Kurdistans maßgeblich beeinflussen.

Thomas von der Osten-Sacken ist freier Publizist, für das Nahostblog der Jungle World verantwortlich, Buchautor und seit 1991 für die Hilfsorganisation Wadi e. V. (www.wadi-online.de) aktiv, die im Nahen Osten und dort vor allem im Irak tätig ist. Er hat viele Jahre in Irakisch-Kurdistan verbracht und steht seit langem in engem Kontakt mit iranisch-kurdischen Organisationen und anderen iranischen Oppositionellen. 2009 hat er zusammen mit Thomas Uwer und Alexander Feuerherdt das Buch „Verratene Freiheit: Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens“ herausgegeben.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Freiburger Arbeitsgemeinschaft der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft e.V. und dem Freiburger Bündnis Gegen Antisemitismus.

Mittwoch, 18.03.2026, um 19 Uhr
Universität Freiburg, HS 3044 (KG III)